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Absage: Axel Schulz boxt nicht gegen Mike Tyson

Eine Flasche Wein brachte Klarheit

Frankfurt/Oder - Nach einer guten Flasche Wein mit Lebensgefährtin Kathrin hatte Profibox-Rentner Axel Schulz das Thema Comeback abgehakt. Der 31 Jahre alte Schwergewichtler aus Frankfurt/Oder erspart sich eine weitere Tracht Prügel und verzichtet auf einen millionenschweren Kampf gegen K.o.-Schläger Mike Tyson.

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Sein Gesicht soll unversehrt bleiben:
Axel Schulz gibt Mike Tyson einen Korb.

"Zwei Monate Vorbereitungszeit sind nicht genug. Ich gehe nicht einfach in den Ring und sage: Hier bin ick! , hole mir Prügel und Geld ab. Ich würde zu viel Image einbüßen. Das Finanzielle war keine Überlegung. Wenn ich eine reelle Chance gehabt hätte, hätte ich es gemacht", sagte der blonde Hüne nach 48-stündiger Bedenkzeit am Freitagmittag.

Angebot kam am Mittwoch

Am Mittwochabend erhielt der Publikumsliebling, der nach seiner schweren K.o.-Niederlage am 25. September 1999 im EM-Kampf gegen den Ukrainer Wladimir Klitschko zurückgetreten war, über seinen ehemaligen Manager und Promoter Wilfried Sauerland das Angebot vom Tyson-Management zu einem Fight am 8. April in Mailand.

Verzicht auf drei Millionen Dollar

"Der erste Gedanke war: Nee. Der zweite: Gegen den wolltest du schon immer boxen. Tyson ist schon eine Type, die kann man nicht einfach so ablehnen. Da musste ich erstmal eine Nacht drüber schlafen. Am Donnerstag klingelte nur das Telefon, da sind meine Freundin und ich zum Essen gegangen. Nach einer guten Flasche Wein danach zuhause fiel dann die Entscheidung", erzählte Schulz, der dreimal vergeblich um die WM-Krone aller Klassen boxte. Schulz, der bereits Ende 1998 ein Angebot für einen Tyson-Fight hatte, verzichtete damit auf eine Börse von geschätzten drei Millionen Dollar.

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Er muss sich einen neuen
Gegner suchen: Mike Tyson.

Freundin war dagegen

Er habe intensiv mit seiner Freundin, die nach der schweren Niederlage ihres Liebsten gegen Klitschko leichenblass in der Kabine gesessen und wie ein Häufchen Elend gewirkt hatte, über die große Chance gesprochen. "Sie hat gemerkt, dass ich ernsthaft überlegt habe. So eine Chance bekommt man nur einmal, in meinem Fall war es zweimal. Sie hat mich als Boxer kennengelernt. Aber nach einem Sieg gegen Tyson wäre es weitergegangen, und damit hätte sie Probleme gehabt", gestand Schulz.

"Boxen war mein Leben"

Ein Comeback schloss Axel Schulz aber grundsätzlich nicht aus: "Wenn der Fight erst in fünf oder sechs Monaten stattgefunden hätte, dann hätte ich länger überlegt. Auch Lennox Lewis oder Evander Holyfield wären eine Überlegung gewesen." Der öffentliche Druck, dem er als Athlet ausgesetzt war, habe bei seinem Entschluss keine Rolle gespielt. "Im Gegenteil. Boxen war schließlich mein Leben. Das habe ich mit viel Freude gemacht. Schließlich bin ich bei den Fans auch immer noch sehr populär. Nach dem Fight zwischen Tyson und Francis in Manchester wurde von Premiere World eine Umfrage gemacht, 21.000 Leute wollte mich gegen Tyson kämpfen sehen. Das waren 10.000 mehr als bei Witali Klitschko."

Finanziell schon ausgesorgt

Mit Respekt wurde die Absage von ehemaligen Weggefährten aufgenommen. "Davor ziehe ich den Hut. Er hat sich von den finanziellen Verlockungen nicht irritieren lassen, hat langfristig und nicht kurzfristig gedacht. Dadurch wird er deutlich an Ansehen gewinnen", erklärte Jean-Marcel Nartz, Partner von Promoter Sauerland.

Finanziell geht es Axel Schulz ohnehin bestens. In seiner Laufbahn soll er Schätzungen zufolge zehn bis 15 Millionen Mark verdient haben. Auch jetzt scheffelt er mit Werbung, Beteiligungen an Telekommunikations-Geschäften und fürstlich honorierten Promotion-Auftritten oder als Ringsprecher noch reichlich Geld.

Von Ulf Zimmermann, sid - Fotos: dpa, AP

Geändert am 11. Februar 2000 14:38 von sab
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