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Bürgerrechtler in Nigeria hingerichtet

Lagos (Reuter) - Ungeachtet weltweiter Proteste sind neun zum Tode verurteilte Vertreter der Ogoni-Minderheit in Nigeria am Freitag hingerichtet worden, darunter auch der Autor und Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa (dpa-Foto).

Das Urteil sei um 11.30 Uhr MEZ im Gefängnis von Port Hartcourt vollstreckt worden, meldete die einheimische Nachrichtenagentur NAN unter Berufung auf Gefängnisangestellte. Die Leichen seien vier Stunden später beigesetzt worden. Die Hingerichteten wurden beschuldigt, vier regierungsnahe Ogoni-Häuptlinge ermordet zu haben. Die Bundesregierung nahm die Nachricht einem Sprecher zufolge mit Entsetzen und Bedauern auf.

Saro-Wiwa hatte die Kampagne des Ogoni-Volkes für das Recht auf Selbstbestimmung angeführt und dabei auch die Umweltzerstörung im Ogoni-Land durch die Ausbeutung der Erdölvorkommen angeprangert. Mit acht seiner Gefährten war er Anfang voriger Woche von einem Militärgericht in Port Hartcourt zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Der Militärmachthaber des westafrikanischen Landes, Sani Abacha, hatte die Urteile am Mittwoch bestätigt. Die USA, die EU, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und andere Staaten verlangten daraufhin die Aufhebung des Urteils.

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